Uwe Sassenberg, Erik Zyska und Michael Neis (v.l.)  gehören zu den 15 Teilnehmern, die sich bei der Handwerksammer Koblenz auf den Meisterbrief im Gerüstbauerhandwerk vorbereiten. Foto: HwK Koblenz

Uwe Sassenberg, Erik Zyska und Michael Neis (v.l.) gehören zu den 15 Teilnehmern, die sich bei der Handwerksammer Koblenz auf den Meisterbrief im Gerüstbauerhandwerk vorbereiten. Foto: HwK Koblenz

Maßgeschneidert eingerüstet

15 Gerüstbauer gehen mit HwK Koblenz auf Meisterkurs

20.03.2017

Koblenz. 15 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet treffen sich bei der Handwerkskammer (HwK) Koblenz zum Meisterkurs für Gerüstbauer. Sie kommen aus Baden-Württemberg, Bayern, dem Saarland und Rheinland-Pfalz. Ein Teilnehmer wohnt in Burghausen an der österreichischen Grenze. Er fährt 670 Kilometer nach Koblenz zur Meisterschule. „Das Gerüstbauerhandwerk zählt erst seit April 1998 zu den Vollhandwerken. Die HwK Koblenz ist eine von sechs Meisterschulen für Gerüstbauer in Deutschland“, erklärt der Vorsitzende des Meisterprüfungsausschusses, Gerüstbauermeister Jürgen Löhr. „Der Meisterkurs in Koblenz hat einen guten Ruf. Das spricht sich rum und dafür lohnt die Anreise“, sind sich die Meisterschüler einig.

Meister werden, weil…

Sie nennen die angestrebte Selbstständigkeit, die mögliche Ausbildung von zukünftigen Fachkräften, aber auch die neue Herausforderung als Motive für den Erwerb des Meisterbriefs. Uwe Sassenberg ist bereits seit 23 Jahren selbstständig. „Damals war das ohne Meisterbrief möglich. Jetzt habe ich auch einen ganz persönlichen Grund, die Meisterkrone zu holen. Mein Sohn lernt Gerüstbauer und hat bereits den Meisterbrief im Blick. Der Vater kann sich doch nicht überholen lassen und geht mit gutem Beispiel voran“, lacht er.

Michael Neis hat Elektrotechnik studiert und im Saarland im Bergbau gearbeitet. 250 Jahre lang hat der Kohlebergbau hier das Leben bestimmt. Mit der Schließung der letzten Grube war endgültig Schluss mit der Förderung der Saar-Kohle. Bei seinem Neubeginn als Gerüstbauer kam dem heute 54-Jährigen der Zufall zu Hilfe. "Beim Renovieren des Hauses war ein Gerüst erforderlich. Große Firmen wollten sich nicht mit Kleinaufträgen beschäftigen, da haben mein Nachbar und ich uns selbst geholfen. Ich hatte Spaß und das war der Start“, erzählt er. Heute beschäftigt Neis acht Mitarbeiter. Er zeigt einmal mehr, dass der Erwerb des Großen Befähigungsnachweises im Handwerk unabhängig vom Lebensalter ist. So sieht es auch Erik Zyska. Der 55-jährige Mainzer ist überzeugt, dass mit dem Meisterbrief im Gerüstbauerhandwerk seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt steigen. Gern würde er die Bauleitung von einem großen Projekt übernehmen.

Zuversichtlich gehen die Teilnehmer des Meisterlehrgangs jetzt an die Lösung ihrer fachpraktischen Prüfungsaufgabe. Sie müssen das Gerüst für die Renovierung einer Kulturhalle konzipieren. Es ist ein Rundbau, was den Schwierigkeitsgrad noch erhöht. Nach Fachpraxis und Fachtheorie folgen für etwa die Hälfte noch Teil III und IV der Meisterprüfung. Die anderen haben diese Teile bereits abgeschlossen. Alle sind ihrem Ziel ein großes Stück näher gekommen. Am 25. März erhalten 636 Meisterschüler, die 2016 erfolgreich die Prüfung bei der HwK Koblenz abgelegt haben, ihren Großen Meisterbrief. Die 15 Gerüstbauermeister in spe sind die kommende Meistergeneration.

Der nächste Meisterkurs für Gerüstbauer bei der HwK Koblenz beginnt am 26. Oktober.

Informationen
Informationen zu Meisterkursen bei der HwK-Meisterakademie, Tel.: 0261 398-311, Fax -990, meister@hwk-koblenz.de

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