Foto: view7, Fotolia.com

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Integration durch Qualifizierung

Anpassungsqualifizierung für ausländische Ingenieure und Lehrer

07.06.2018

KOBLENZ. Hochschulausbildungen aus dem Ausland entsprechen nicht immer den Anforderungen an eine adäquate deutsche akademische Ausbildung. So kommt es dann vor, dass ein Übergang in entsprechende Beschäftigung nicht nur an fehlenden Deutschkenntnissen scheitern kann, sondern beispielsweise auch daran, dass ein technisches Studium im Herkunftsland nur zwei Jahre dauert oder Lehrerinnen und Lehrer in nur einem Fach ausgebildet wurden.

Die Handwerkskammer (HwK) Koblenz bietet als Projektpartner im IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz speziell Bauingenieurinnen und -ingenieuren eine Qualifizierung an, die ihnen die Möglichkeit gibt, den Meistertitel im Maurer- und Betonbauerhandwerk zu erwerben und sich damit eine Karriereperspektive im Handwerk zu schaffen. Sie umfasst 112 Unterrichtsstunden und wird vom 30.Juli bis 17.August im Zentrum für Ernährung und Gesundheit (ZEG) der HwK in Koblenz durchgeführt. 

Das Pilotprojekt konzentriert sich auf einen wesentlichen Teil der Meisterqualifikation. Mit dem Modul nach Ausbildereignungsverordnung erwerben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen Ausbildungsabschluss, den sie in vielfältiger Weise auf dem Arbeitsmarkt einsetzen können. Und auch bei einer möglichen Rückkehr in die Heimat kann diese Qualifikation einen Entwicklungsbeitrag leisten. 

Die Qualifizierung ist überfachlich ausgerichtet und kann daher von Ingenieurinnen und -ingenieuren aller Fachrichtungen besucht werden. Lehrerinnen und Lehrer, die aus ihrer Heimat mit nur einem Unterrichtsfach nach Deutschland gekommen sind und damit kaum die Chance haben, in den Schuldienst einzutreten, erwerben durch die erfolgreiche Teilnahme an diesem Projekt die Qualifikation, um bei Bildungsträgern tätig werden zu können. Voraussetzung für eine Teilnahme sind Deutschkenntnisse, die mindestens auf B-2-Niveau liegen müssen.

Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund ab. Daran arbeiten bundesweit Landesnetzwerke, die von Fachstellen zu migrationsspezifischen Schwerpunktthemen unterstützt werden. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA). Auf Länderebene setzen 16 Landesnetzwerke, darunter das IQ Netzwerk Rheinland-Pfalz, die Programmziele mit Hilfe von Teilprojektpartnern wie der HwK Koblenz um. Die Gesamtkoordination des IQ Netzwerks Rheinland-Pfalz liegt beim ism Institut für Sozialpädagogische Forschung Mainz e.V. (ism). www.iq-rlp.de

Informationen zu dem Projekt, zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und zu Anpassungsqualifizierungen bei der HwK Koblenz, Tel. 0261/398-128, Fax: -936, evelina.Parvanova@hwk-koblenz.de