Informationen aus erster Hand und einen unmittelbaren Erfahrungsaustausch bietet die HwK mit dem Format „Handwerk im Gespräch“, das jüngst speziell für Bäcker und Konditoren angeboten wurde.

Informationen aus erster Hand und einen unmittelbaren Erfahrungsaustausch bietet die HwK mit dem Format „Handwerk im Gespräch“, das jüngst speziell für Bäcker und Konditoren angeboten wurde. Foto: Hwk Koblenz

Handwerk im Gespräch

Bäcker und Konditoren tauschen sich mit Kammer-Experten zu wichtigen Themen aus

13.11.2017

Wo drückt der Schuh, wie kann das Beratungsangebot der Handwerkskammer (HwK) Koblenz durch die Betriebe noch zielgenauer genutzt und auch gestaltet werden, vor welchen Herausforderungen steht das Fachhandwerk – das sind Fragen, die im Gespräch mit Handwerkern im Format eines „World Café“ beantwortet werden. Dafür stellt die HwK einen Expertenkreis aus ganz unterschiedlichen Beratungs- und Fachbereichen zusammen, der sich mit den Handwerkern unterschiedlicher Berufsgruppen austauscht.
Die jüngste Auflage war den Bäckern und Konditoren vorbehalten. Zuvor nutzten bereits Fleischer sowie Fotografen dieses HwK-Angebot, in das sich auch Präsident Kurt Krautscheid und Hauptgeschäftsführer Alexander Baden persönlich einbringen.

20 selbstständige Bäcker oder Konditoren kamen ins Zentrum für Ernährung und Gesundheit und informierten sich zu den Schwerpunktbereichen „Betriebs- und Rechtsberatung“, „Digitalisierung“, „Aus- und Weiterbildung“ sowie „Energieberatung“. Jeweils 15 Minuten dauerten die Gesprächsrunden, dann wechselten die Gruppen.

„Uns ist wichtig, aus erster Hand zu erfahren, was in den einzelnen Betrieben los ist und wie wir helfen können“, erklärt Kurt Krautscheid die Motive der Kammer für dieses Gesprächsformat. In einigen Fragen können direkt beim Treffen Antworten gegeben werden, in anderen Fällen hat man Beratungen in den Unternehmen vereinbart. „So lässt sich besser und unmittelbar abschätzen, wo es Handlungsbedarf und Verbesserungspotentiale gibt“, ergänzt Alexander Baden.

Die Handwerksbereiche einzeln anzusprechen, macht Sinn. Denn ein Bäcker setzt branchenspezifisch sicherlich andere Schwerpunkte, als ein Maurer oder Kfz-Handwerker. Auch das marktwirtschaftliche Umfeld muss anders bewertet werden. Das reicht bis zur Fachkräftesituation. „Bei uns sind gerade die Arbeitszeiten ein Thema, das viele Jugendliche abschreckt, eine Lehre zu beginnen“, weiß Unternehmer Alfred Wenz, Obermeister der Bäcker-Innung Rhein-Nahe-Hunsrück und Kreishandwerksmeister. „Also müssen wir zusätzliche Anreize schaffen, unser Handwerk interessant zu machen.“

Das grundsätzliche Interesse ist da, wie die Bewerbungen bei den Konditoren zeigen. Gerade Mädchen mit Abitur interessieren sich – auch ein Marketingansatz. Denn die Frage der Außendarstellung spielt eine entscheidende Rolle. Das gilt auch für die Produkte. Internetmarketing und Verkauf sind ein Thema, die Vernetzung von Kassensystemen und Mitarbeiterinformationen oder der Einsatz ständig aktuell bespielter Displays im Verkaufsraum ein anderes. „Die digitale Welt hat längst Einzug gehalten und wir nutzen diese Möglichkeiten, fragen natürlich gern bei den Kammerexperten nach, welche Vorschläge sie darüber hinaus haben“, lobt Heinz Kugel, Obermeister der Bäcker-Innung Rhein-Lahn und Unternehmer mit Hauptsitz in Lahnstein.

Auch der Austausch untereinander war den „World-Café`lern“ wichtig und es gab viele Hinweise und Tipps zum Alltag wie auch einen Erfahrungsaustausch. So beim Thema Bio-Produkte, „ein Trend, der sich immer mehr durchsetzt und den wir nutzen müssen“, machte auch HwK-Ausbildungsmeister, Bäcker- wie auch Konditormeister Joachim Schäfer deutlich. Denn wenn die Bäcker schon reine Naturprodukte zu Brot und Brötchen verarbeiten, sollen sie dies auch offensiv in der Werbung für ihre Produkte und ihr Handwerk nutzen! „Nicht versteckt im Kleingeschriebenen, sondern offensiv und so, dass niemand darüber hinweg schauen kann!“

Wie auch Sonderaktionen Teil des Unternehmertums sind. Hier zeigen sich viele Bäcker und Konditoren ausgesprochen kreativ und lassen ständig neue Ideen erfolgreich in die Unternehmensstrategie einfließen. So Rolf Genn aus Wehr in der Eifel. Der Obermeister der regionalen Bäcker-Innung und Kreislehrlingswart ist offen für alles, was sein Handwerk voran bringt und was Kunden schätzen und nutzen. So bringt er sich aktuell in die Finanzierung eines Rasensportplatzes ein und hat dafür ein spezielles Brot kreiert. Die Aktion „Herz-Rasen“ wird durch Fußballprofi Stefan Bell von Mainz 05 unterstützt, der einen engen Bezug zum Eifelort Wehr pflegt. „Jedes verkaufte Brot leistet seinen Beitrag für den Bau des neuen Rasenplatzes. Kaum Jemand verwehrt sich, sprechen wir Handwerker ihn auf Unterstützung an. Man muss das nur wollen und auch nutzen.“

Wie die Grundaussage dieses Abends war: Mit der richtigen Initiative wird auch das Bäcker- und Konditorhandwerk seine Rolle in Zukunft spielen. Doch das setzt „feine Antennen“ für den Markt und seine Entwicklungen voraus. Unterstützung bietet die Handwerkskammer Koblenz mit dem kostenlosen Beratungsservice, der gerade im energieintensiven Nahrungsmittelhandwerk eine wichtige Rolle spielt. Auch hierzu gab es im Rahmen von „Handwerk im Gespräch“ wichtige Informationen.

Die nächsten Termine „Handwerk im Gespräch“ finden am 17. Januar 2018 für Maler- und Lackierer und am 24. Januar für das Gewerk Kfz- Lackierer jeweils um 18 Uhr im Bauzentrum, August-Horch-Straße 6-8, Koblenz statt.

Informationen
Infos und Anmeldung bei der HwK-Betriebsberatung, Tel. 0261/398-251, beratung@hwk-koblenz.de

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