Zur betrieblichen Gesundheitsfürsorge gehören auch Bewegungsübungen in der Backstube.

Zur betrieblichen Gesundheitsfürsorge gehören auch Bewegungsübungen in der Backstube. Fotos: HwK Koblenz

Bewegungstraining in der Bäckerei

HwK Koblenz sensibilisiert Betriebe für Gesundheitsprävention

05.09.2017

KOBLENZ. Es war eine ungewohnte Situation für die Mitarbeiter des Bäckerei Preißing in Neuwied: Alexandra Bock, Sportwissenschaftlerin und Präventionskraft bei der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland, kam in die Backstube, um dem Team um Bäckermeister Jens Preißing vor Ort präventive Maßnahme zum Thema Rückengesundheit aufzuzeigen. Vorangegangen waren eine Mitarbeiterbefragung sowie eine ergonomische Arbeitsplatzanalyse.

„Die Gesundheit unserer 35 Mitarbeiter liegt uns sehr am Herzen. Sie stehen für den wirtschaftlichen Erfolg des Betriebes. Ich begrüße es, wenn sie rückenschonende Arbeitstechniken und Ausgleichübungen kennenlernen. Super, dass dies direkt in Backstube und Verkaufsraum passiert, was zusätzlich Zeit spart“, freut sich Preißing. Der Firmenchef, der auch Konditormeister ist, führt den 1935 gegründeten Betrieb in der dritten Generation.

Auch Bäcker- und Konditormeisterin Ulrike Schmitz, Chefin der Landhauskonditorei in Andernach und Ulrikes Kulturbackhaus in Koblenz, steht voll hinter den Angeboten, die der Gesundheitsförderung des 80-köpfigen Teams dienen. Seminare zur Stressbewältigung und Ernährungsworkshops für die Fachverkäuferinnen und Bäcker wurden bereits umgesetzt. Bei den Bäckern lag der Schwerpunkt darauf, wie man sich sehr früh am Morgen optimal stärkt. Demnächst steht die Rückenschulung für die Mitarbeiter auf dem Programm.

Zustande gekommen sind die Kontakte zwischen den Handwerksbetrieben und der AOK Gesundheitskasse im Rahmen des 2013 gestarteten Projekts „Handwerk vital und demografiefest“ (Hvd) der Handwerkskammer (HwK) Koblenz. Vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und daraus resultierender Überbelastung der Belegschaft ist gerade auch im Handwerk die Gesundheitsförderung der Mitarbeiter sehr wichtig. Hier setzt das vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds geförderte Projekt Hvd an. Ziel ist es, vor allem kleine und mittlere Unternehmen KMU bei der Einführung und Umsetzung betrieblicher Gesundheitsförderung systematisch zu unterstützen und sie mit zahlreichen praktischen Angeboten zu sensibilisieren.

Schon seit Jahren führen Erkrankungen an Skelett und Bewegungsapparat die Liste der Berufskrankheiten an. Alexandra Bock zeigte den Bäckern und Fachverkäuferinnen leicht umzusetzende Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung, die unter ihrer Anleitung gleich geübt wurden. „Die Übungen lassen sich gut in den Arbeitsalltag integrieren und haben allen viel Spaß gemacht“, schätzt der Firmenchef ein. Er hat sich und sein Team bereits zum Workshop „Clever essen im Job“ bei der HwK Koblenz angemeldet.

Zur betrieblichen Gesundheitsfürsorge gehören auch Bewegungsübungen in der Backstube. Fotos: HwK Koblenz

Zur betrieblichen Gesundheitsfürsorge gehören auch Bewegungsübungen in der Backstube. Fotos: HwK Koblenz

Informationen
Weitere Informationen zum Projekt Hvd: Tel. 0671 894013-812, Fax-888, Dr-Lothar.Greunke@hwk-koblenz.de

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