Fragen & Antworten zum Beitrag

Themen, die hier nicht aufgelistet sind, beantworten wir gerne im persönlichen Gespräch.

Beitragspflichtig sind alle in der Handwerksrolle, im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke oder im Verzeichnis der Inhaber handwerksähnlicher Gewerbe eingetragenen Betriebe, unabhängig von ihrer Rechtsform. Natürliche und juristische Personen sowie Personengesellschaften zahlen ebenso Beiträge wie Filialen und Organschaften.

Beiträge zahlen somit

  • Zulassungspflichtige Handwerke der Anlage A der Handwerksordnung, z.B. Elektrotechniker, Friseure, Tischler etc.
  • Zulassungsfreie Handwerke der Anlage B 1 der Handwerksordnung, wie Fliesenleger, Fotografen, Gebäudereiniger, Maßschneider, etc.
  • Handwerksähnliche Gewerbe der Anlage B 2 der Handwerksordnung, wie Kosmetiker, Bodenleger, Holz- und Bautenschutzgewerbe etc.

Ermäßigte Beiträge zahlen unter bestimmten Voraussetzungen Existenzgründer in den ersten vier Kalenderjahren seit der Gründung.

Beitragsfrei sind handwerkliche Kleinunternehmen eines zulassungspflichtigen Gewerbes nach Anlage A, die zwar Mitglied der Handwerkskammer sind, aber lediglich unwesentliche Tätigkeiten eines zulassungspflichtigen Gewerbes nach Anlage A ausüben, sofern ihre Einkünfte 5200 € nicht übersteigen.

Die Definition des Existenzgründers in der Handwerksordnung (HwO) unterscheidet sich wesentlich von der der Bundesagentur für Arbeit (BA). Existenzgründer im Sinne der HwO ist, wer nach dem 31.12.2003 erstmalig ein Gewerbe in der Rechtsform eines Einzelunternehmens beginnt. Personengesellschaften und juristische Personen (zum Beispiel GmbH) gelten somit beitragsrechtlich nicht als Existenzgründer.

Gleiches gilt für Gewerbetreibende, bei denen der Beginn der gewerblichen Betätigung vor diesem Stichtag datiert oder die vorher schon einmal selbständig waren, gleichgültig in welchem Gewerbe. Die Beitragsbefreiung gilt nur für das Jahr, in dem die Eintragung erfolgte. Ab dann erfolgt eine gestaffelte Hinführung auf den regulären Beitrag.

Der Handwerkskammerbeitrag ist ein Jahresbeitrag. Er gilt vom 01. Januar bis 31. Dezember eines Jahres. Beitragsjahr ist das Kalenderjahr.

Die Hauptveranlagung erfolgt im ersten Quartal des Jahres.

Wird ein Betrieb erst im laufenden Jahr eingetragen, beginnt die Beitragspflicht ab dem Folgemonat der Eintragung. Der erste Beitragsbescheid umfasst also den Zeitraum ab dem Folgemonat der Eintragung bis Dezember des laufenden Jahres.

Die Beitragspflicht eines Betriebs erlischt zum Schluss des Monats, in welchem die Löschung in der Handwerksrolle, im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke oder dem Verzeichnis der Inhaber handwerksähnlicher Gewerbe erfolgte. Eine Löschung kann aber frühestens ab dem Tag erfolgen, an dem die Handwerkskammer, zum Beispiel durch Übersendung der Gewerbeabmeldung, Kenntnis über die Beendigung der gewerblichen Betätigung erhält. Eine rückwirkende Löschung aus der Handwerksrolle ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich.

Durch die Eintragung in die Handwerksrolle oder das Verzeichnis nach § 19 HwO (zulassungsfreie Handwerke und handwerksähnliche Gewerbe) fällt einmalig eine Eintragungsgebühr an von

  • für Einzelunternehmen 141,00 EUR
  • für Juristische Personen und Personengesellschaften 256,00 EUR an.

Das Recht zur Erhebung der Beiträge ergibt sich aus der Handwerksordnung (HwO) sowie der Beitragsordnung und -satzung der Handwerkskammer.

Der Beitragsbescheid beruht auf den Beschlüssen der Vertreter der Betriebe und der Arbeitnehmer in der Vollversammlung der Handwerkskammer Koblenz. Diese legt die Höhe des Grundbeitrages, des Zusatzbeitrages, der Hebesätze sowie Freibeträge jährlich im Rahmen der Feststellung des Haushaltsplanes und der Beitragssatzung fest.

Kriterium für die Erhebung ist neben der Rechtform des Betriebes der erzielte Gewerbeertrag/-gewinn aus dem maßgeblichen Bemessungsjahr.

Die jeweils aktuelle Beitragsordnung und Beitragssatzung finden Sie unter folgendem Link

Die Beitragsbemessungsgrundlagen (Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb) erhalten wir von Ihrer Finanzverwaltung.

Die Handwerkskammern praktizieren eine sogenannte Vergangenheitsveranlagung. Dies bedeutet, dass das jeweils 3. zurückliegende Steuerjahr der aktuellen Beitragsberechnung zugrunde gelegt wird. Sie erhalten daher eine Berechnung unter Berücksichtigung der im maßgeblichen Steuerjahr erzielten Gewerbeerträge/-gewinne. Die weitere Entwicklung der Ertragslage findet bei späteren Beitragsveranlagungen Berücksichtigung. Der Rückgriff auf das dritte Vorjahr hat sich bewährt, weil für diesen Zeitraum die Finanzverwaltungen für die meisten Betriebe die Bemessungsgrundlagen festgestellt haben. Die zusätzliche Erstellung von Bescheiden aufgrund von Schätzungen, Anforderung von Vorauszahlungen sowie anschließenden Abrechnungen wird dadurch vermieden.

Ja. Bei negativen Einkünften im Bemessungsjahr wird der Mindestbeitrag entsprechend der Rechtsform veranlagt.

Der Beitrag der Handwerkskammer Koblenz bewegt sich im Durchschnitt aller deutschen Handwerkskammern. Er setzt sich aus einem Grundbeitrag und einem ertragsabhängigen Zusatzbeitrag zusammen. Grund- und Zusatzbeitrag werden nach der Leistungskraft gestaffelt.

Nachberechnungen bzw. Berichtigungen von Beiträgen erfolgen aufgrund berichtigter Gewerbeerträge bzw. hilfsweise der Gewinne aus Gewerbebetrieb durch die Finanzverwaltungen. Es werden maximal fünf Vorjahre berichtigt (Festsetzungsverjährung). Liegt die maßgebliche Bemessungsgrundlage zum Zeitpunkt der Erstellung Ihres Bescheides nicht vor, wird entsprechend der Beitragsordnung die letzte bekannte Bemessungsgrundlage herangezogen oder bei Nichtvorliegen nur der Mindestbeitrag berechnet. Wird der tatsächliche Gewerbeertrag/-gewinn nachträglich mitgeteilt oder vom Finanzamt berichtigt, so erfolgt eine Nachberechnung. Sollten die ausgewiesenen Steuerdaten mit dem Bescheid Ihrer Finanzbehörde nicht übereinstimmen, senden Sie uns bitte den Ihnen vorliegenden Gewerbesteuermessbescheid bzw. Ihre Einkommensteuererklärung des maßgeblichen Bemessungsjahres oder den entsprechenden Steuerbescheid zu, wenn Sie eine Neuberechnung für Vorjahre erhalten.

Beim Vorliegen einer "unbilligen Härte" kann nach der Prüfung des Einzelfalles ein teilweiser oder vollständiger Erlass auf Antrag erfolgen. Es ist hierbei ein strenger Maßstab anzulegen. Ein ganzer oder teilweiser Erlass ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Beitragszahlung eine „existenzgefährdende Belastung" darstellen würde.

Bestehende Einzugsermächtigungen wurden von uns in ein SEPA-Mandat umgewandelt. Ihre IBAN und BIC wurden aus Ihrer benannten Bankverbindung ermittelt.

Für einen gegebenenfalls bestehenden Anspruch auf Beitragserstattung benötigen wir Ihre aktuelle IBAN und BIC sowie den Namen des Kontoinhabers, die Sie uns bitte nach Mitteilung einer Gutschrift gesondert zukommen lassen.

Die bei der HwK eingetragenen gemischt-gewerblichen Betriebe unterliegen zusätzlich der Beitragspflicht der IHK, sofern der jährliche Handelsanteil über 130.000 EUR liegt. Dies gilt jedoch nur, wenn das Unternehmen über eine Handelsregistereintragung verfügt, ober für Unternehmen, deren Gewerbebetrieb nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. In diesem Fall kann eine Beitragsverrechnung beantragt werden. Auf die Erhebung der Grundbeiträge wirkt sich eine Beitragsverrechnung nicht aus.

Der Handwerkskammerbeitrag wird zur Deckung der Kosten, die sich durch die Arbeit der Handwerkskammer ergeben, erhoben. Der Beitrag ist allerdings nicht die einzige Einnahmequelle, die Handwerkskammer finanziert sich überwiegend durch Gebühren, z.B. für Lehrgänge oder Prüfungen, Zuschüsse oder sonstige Einnahmen privatrechtlicher Art, beispielsweise Mieten.

Zu unseren Aufgaben gehört es, die Interessen des Gesamthandwerks zu vertreten und die Belange des Handwerks im Rahmen der Selbstverwaltung zu regeln sowie Dienstleistungen anzubieten.

Die Handwerkskammer unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe und deren Beschäftigte in drei Bereichen:

  • Selbstverwaltung
  • Interessenvertretung
  • Dienstleistung
Selbstverwaltung

Über die Handwerkskammern ermöglicht der Staat der Wirtschaft, ihre Angelegenheiten eigenverantwortlich zu gestalten. Wir setzen damit auf die Mitwirkung unserer Mitgliedsbetriebe, eine unmittelbare Staatsgewalt wird vermieden.

Der Staat hat uns als Handwerkskammer eigene hoheitliche Aufgaben zugewiesen. Wir sind dafür zuständig,

  • die Handwerks- und Lehrlingsrolle zu führen,
  • die Berufsausbildung zu regeln,
  • Prüfungsordnungen zu erlassen und Prüfungsausschüsse zu bilden,
  • Sachverständige zu bestellen und zu vereidigen.
Interessenvertretung

Wir vertreten die Interessen unserer Mitglieder im Handwerkskammerbezirk gegenüber Politik und Öffentlichkeit. Wir sind dabei das Sprachrohr für die Belange des Handwerks, nehmen zu politischen und gesetzlichen Vorhaben Stellung und bringen Forderungen und Verbesserungsvorschläge in die Politik ein.

Für diese Zwecke betreiben wir eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit.

Dienstleistungen

Wir unterstützen Sie fachkundig und praxisnah in allen Fragen rund um Ihr Unternehmen von A wie Arbeitsrecht bis Z wie Zertifizierung. Wir erbringen hierbei vertraulich und in vielen Fällen kostenfrei auf den einzelnen Mitgliedsbetrieb zugeschnittene Serviceleistungen.

Der Kammerbeitrag ist eine lohnende Investition und zudem eine steuerlich voll abzugsfähige Betriebsausgabe.

  • Beratung

    Schwerpunkte sind individuelle Beratungen in wirtschaftlichen, technischen und rechtlichen Bereichen, die im Zusammenhang mit der Betriebsgründung oder dem Betriebsablauf auftreten.

    Dies wird begleitet von Veranstaltungen, Seminaren und Projekten zur Förderung und Unterstützung von Unternehmen im Handwerk.

  • Aus- und Weiterbildung

    Wir sind ein modernes Kompetenzzentrum in Sachen Berufsqualifizierung.

    Im Bereich der Aus- und Weiterbildung fördern wir die technische und betriebswirtschaftliche Fortbildung der Meister und Gesellen sowie die überbetriebliche Ausbildung und schaffen die erforderlichen Einrichtungen, wie beispielsweise Berufsbildungszentren.

    Mit unseren Überbetrieblichen Lehrgängen sind wir Teil der dualen Berufsausbildung, helfen bei der Suche nach Auszubildenden, bieten Hilfen im Verlauf der Berufsausbildung an, vermitteln in Konfliktfällen und sind für die Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen zuständig.

    Darüber hinaus steht die Handwerkskammer Beschäftigten und Lehrlingen sowie Jugendlichen und deren Eltern mit Rat und Tat zur Seite.

  • Unterstützung in Konfliktsituationen

    Bei Streitigkeiten zwischen Handwerkern und Kunden helfen wir durch unsere Vermittlungsstelle.

    Bei Konflikten beispielsweise bei der Unternehmensnachfolge stehen ausgebildete Mediatoren für die Mitglieder zur Verfügung.

Weiterführende Angaben mit den entsprechenden Ansprechpartnern finden Sie unter dem nachfolgendem Link.

Senden Sie uns eine E-Mail an: beitrag@hwk-koblenz.de

Referat Beitrag, Manfred Monsieur, Telefon 0261 398-203 oder -205

Manfred Monsieur

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Telefon 0261 398-203 oder
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