FAQ Beitrag
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FAQ Beitrag

Themen, die hier nicht aufgelistet sind, beantworten wir gerne im persönlichen Gespräch.

Wer zahlt Beiträge zur Handwerkskammer?

Beitragspflichtig sind alle in der Handwerksrolle, im Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke oder im Verzeichnis der Inhaber handwerksähnlicher Gewerbe eingetragenen Betriebe, unabhängig von ihrer Rechtsform. D. h. natürliche und juristische Personen sowie Personengesellschaften zahlen ebenso Beiträge wie Filialen und Organschaften.

Beiträge zahlen somit

  • zulassungspflichtige Handwerke der Anlage A der Handwerksordnung (HwO)
  • zulassungsfreie Handwerke der Anlage B1 der Handwerksordnung (HwO)
  • handwerksähnliche Gewerbe der Anlage B2 der Handwerksordnung (HwO)

und zwar unabhängig davon, ob die Tätigkeit nur in geringem Maße, nebenberuflich oder mit geringem bzw. negativem Gewerbeertrag/-gewinn ausgeübt wird.

Ermäßigte Beiträge zahlen unter bestimmten Voraussetzungen Existenzgründer im Sinne von § 113 Abs. 2 Handwerksordnung (HwO) in den ersten vier Kalenderjahren ab der Gründung.



Wie setzt sich der Kammerbeitrag zusammen?

Der Beitrag der Handwerkskammer Koblenz setzt sich aus einem rechtsformabhängigen Grundbeitrag und einem ertragsabhängigen Zusatzbeitrag zusammen. Grund- und Zusatzbeitrag sind nach der wirtschaftlichen Leistungskraft gestaffelt.



Wer legt die Höhe der Beiträge fest?

Das Recht zur Erhebung der Beiträge ergibt sich aus der Handwerksordnung (HwO) in Verbindung mit der Beitragsordnung und -satzung der Handwerkskammer Koblenz.

Der Beitragsbescheid beruht auf den Beschlüssen der Vollversammlung der Handwerkskammer, die sich aus gewählten Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern zusammensetzt. Dieses Gremium legt jährlich im Rahmen der Feststellung des Haushaltsplanes und der Beitragssatzung die Höhe des Grundbeitrags, des Zusatzbeitrags, der Freibeträge und der Hebesätze fest.

Kriterium für die Beitragserhebung ist neben der Rechtsform des Betriebes der erzielte Gewerbeertrag/-gewinn aus dem maßgeblichen Bemessungsjahr. Da die Handwerkskammern die Vergangenheitsveranlagung praktizieren, wird der Beitragsberechnung des laufenden Jahres das jeweils 3. zurückliegende Steuerjahr zugrunde gelegt.

Woher kennt die HwK die Beitragsbemessungsgrundlagen?

Die Bemessungsgrundlagen für die Beitragsveranlagung (Gewerbeertrag, hilfsweise Gewinn aus Gewerbebetrieb) erhalten wir von der Finanzverwaltung.



Für welchen Zeitraum wird Beitrag erhoben?

Der Handwerkskammerbeitrag ist ein Jahresbeitrag. Beitragsjahr ist das Kalenderjahr.

Die Hauptveranlagung erfolgt im ersten Quartal des Jahres.

Wird ein Betrieb erst im laufenden Jahr eingetragen, beginnt die Beitragspflicht ab dem Folgemonat der Eintragung. Der erste Beitragsbescheid umfasst also den Zeitraum ab dem Folgemonat der Eintragung bis Dezember des laufenden Jahres.



Ich habe mein Gewerbe bereits abgemeldet, warum erhalte ich noch einen Bescheid?

Die Beitragspflicht erlischt zum Schluss des Monats, in dem der Betrieb aus der Handwerksrolle, dem Verzeichnis der zulassungsfreien Handwerke oder dem Verzeichnis der Inhaber handwerksähnlicher Gewerbe gelöscht wurde.

Die Löschung kann frühestens ab dem Tag erfolgen, an dem die Handwerkskammer, Kenntnis über die Beendigung der gewerblichen Betätigung erhält, zum Beispiel durch Übersendung der Gewerbeabmeldung. Eine rückwirkende Löschung ist aus rechtlichen Gründen nicht möglich.



Mein Unternehmen erwirtschaftet keinen Gewinn. Muss ich trotzdem Beitrag zahlen?

Ja. Bei negativen Einkünften im Bemessungsjahr wird der niedrigste Grundbeitrag der jeweiligen der Rechtsform veranlagt.



Meine Betriebsergebnisse sind aktuell rückläufig. Warum wird dennoch ein höherer Gewerbeertrag/-gewinn herangezogen?

Die Handwerkskammern praktizieren eine sogenannte Vergangenheitsveranlagung. Dies bedeutet, dass das jeweils 3. zurückliegende Steuerjahr der aktuellen Beitragsberechnung zugrunde gelegt wird.

Sie erhalten daher die aktuelle Beitragsveranlagung auf der Basis der im maßgeblichen Steuerjahr erzielten Gewerbeerträge/-gewinne.

Die weitere Entwicklung der Ertragslage wird bei späteren Beitragsveranlagungen berücksichtigen.

Der Rückgriff auf das dritte Vorjahr hat sich bewährt, weil die Finanzverwaltung dann für die meisten Betriebe die Bemessungsgrundlagen festgestellt hat. Dadurch wird die großflächige Erstellung von Bescheiden aufgrund von Schätzungen mit der Anforderung von Vorauszahlungen und daraus resultierend eine spätere Nachforderung bzw. Rückzahlung vermieden.



Wann erfolgt eine Nachveranlagung und wann kommt ein berichtigter Beitragsbescheid?

Nachveranlagungen bzw. Berichtigungen von Beitragsbescheiden erfolgen aufgrund der nachträglichen Berichtigung von Bemessungsgrundlagen durch die Finanzverwaltung. Es werden maximal fünf Vorjahre berichtigt (Festsetzungsverjährung).

Liegt die maßgebliche Bemessungsgrundlage zum Zeitpunkt der Erstellung eines Bescheides nicht vor, wird entsprechend der Beitragsordnung zunächst die letzte bekannte Bemessungsgrundlage herangezogen oder – wenn diese nicht vorhanden ist - der Mindestbeitrag berechnet.

Wird der tatsächliche Gewerbeertrag/-gewinn nachträglich mitgeteilt oder von der Finanzverwaltung berichtigt, erfolgt eine Nachberechnung.

Sollten die im Beitragsbescheid ausgewiesenen Steuerdaten nicht mit dem Steuerbescheid Ihrer Finanzbehörde übereinstimmen, senden Sie uns bitte den Ihnen vorliegenden Bescheid zu.



Hinweis zur Beitragsrückzahlung

Für einen gegebenenfalls bestehenden Anspruch auf Beitragsrückerstattung benötigen wir Ihre aktuelle IBAN und BIC sowie den Namen des Kontoinhabers. Lassen Sie uns diese Daten bitte nach Mitteilung einer Gutschrift gesondert zukommen.



Wer ist Existenzgründer?

Existenzgründer im Sinne der Handwerksordnung (HwO) ist, wer nach dem Stichtag 31.12.2003 erstmalig ein Gewerbe in der Rechtsform eines Einzelunternehmens beginnt.

Personengesellschaften (zum Beispiel OHG) und juristische Personen (zum Beispiel GmbH) gelten somit beitragsrechtlich nicht als Existenzgründer.

Gleiches gilt für Gewerbetreibende, bei denen der Beginn der gewerblichen Betätigung vor dem Stichtag datiert oder die vorher schon einmal selbständig waren, gleichgültig in welchem Gewerbe.

Die Beitragsbefreiung gilt nur für das Jahr, in dem die Eintragung erfolgte. Ab dann erfolgt eine gestaffelte Hinführung auf den regulären Beitrag.



Warum erhalte ich einen Bescheid sowohl von der IHK als auch von der HwK?

Die bei der Handwerkskammer (HwK) eingetragenen gemischt-gewerblichen Betriebe unterliegen zusätzlich der Beitragspflicht der Industrie- und Handelskammer (IHK), sofern der jährliche Handelsanteil über 130.000 Euro liegt. Dies gilt jedoch nur für Unternehmen mit Handelsregistereintragung oder für Unternehmen, deren Gewerbebetrieb nach Art und Umfang einen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb erfordert. In diesem Fall kann eine Beitragsverrechnung beim Zusatzbeitrag beantragt werden. Auf die Erhebung der Grundbeiträge wirkt sich eine Beitragsverrechnung nicht aus.



In welchen Fällen kann der Beitrag erlassen werden?

Beim Vorliegen einer "unbilligen Härte" kann ein teilweiser oder vollständiger Erlass beantragt werden. Bei der Prüfung des Einzelfalles ist ein strenger Maßstab anzulegen. Ein teilweiser oder vollständiger Erlass ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Beitragszahlung eine „existenzgefährdende Belastung" darstellen würde.



Wofür wird der Beitrag verwendet?

Zu unseren Aufgaben gehört es u. a., die Interessen des Gesamthandwerks zu vertreten und die Belange des Handwerks im Rahmen der Selbstverwaltung zu regeln sowie Dienstleistungen anzubieten.

Die Handwerkskammer finanziert sich überwiegend durch Gebühren, z. B. für Dienstleistungen, Lehrgänge oder Prüfungen, sowie durch Zuschüsse und sonstige Einnahmen. Der Handwerkskammerbeitrag wird zur Deckung der Kosten erhoben, die nicht durch anderweitige Einnahmen finanziert werden können.



Was leistet die Handwerkskammer für meinen Betrieb?

 Hier finden Sie alle Informationen zu unseren Leistungen.



Ist Ihre Frage nicht dabei?

Dann senden Sie bitte eine E-Mail an beitrag@hwk-koblenz.de oder rufen Sie uns an Telefon 0261 398-218.





Andrea Neusser
Friedrich-Ebert-Ring 33
56068 Koblenz
Tel. 0261/398-218
beitrag--at--hwk-koblenz.de